Impfungen
Gesund leben

IGeL-Vorsorgeuntersuchungen

Früherkennung des grünen Stars

Der grüne Star kann jeden treffen. Durch Vororgeuntersuchungen werden die meisten Formen so rechtzeitig erkannt, dass durch eine Behandlung weitere Schäden verhindert werden können. Zu den Vorsorgeuntersuchungen zählen die Spiegelung des Augenhintergrunds und die Messung des Augeninnendrucks, eventuell auch eine zusätzliche Bestimmung des Gesichtsfelds. Die Früherkennung des grünen Stars ist deshalb auch bei beschwerdefreien Personen zweckmäßig. Ab 40 Jahren steigt das Risiko für einen grünen Star (Glaukom) stark an, sodass dies als zweckmäßige Altersgrenze erscheint, mit dieser Früherkennung zu beginnen. Sie sollte alle 2–3 Jahre durchgeführt werden.

Bewertung: Uneingeschränkt zweckmäßig. Dass die (deutschen) Krankenkassen diesen Test nicht bezahlen, ist ein Kritikpunkt vieler Experten. Immerhin: Besteht ein Verdacht auf Glaukom, wird der Test zur Kassenleistung.

Glaukom-Check (Grüner Star)

Grüner Star (Glaukom-Check): Zur Früherkennung des Grünen Stars werden Untersuchungen durchgeführt, die auch der Diagnose dienen.

  • Augenspiegelung: Der Augenarzt schaut mit einem speziellen Instrument in das Auge und überprüft, ob Schäden am Sehnerv vorliegen.
  • Messung des Augeninnendrucks: Nach dem Eintropfen von Flüssigkeit setzt der Arzt einen Messkolben auf die Hornhaut und misst den Druck. Alternativ kann die Messung per Luftstoß erfolgen, was von den Patienten meist besser toleriert wird. Diese Messmethode ist aber weniger genau als die Verwendung des Messkolbens.
  • Untersuchung des vorderen Augenabschnitts mit dem Spaltlampenmikroskop: Der Arzt überprüft, ob der Abfluss des Kammerwassers behindert ist.
  • Messung des Gesichtsfeld: zusätzliche Untersuchung, bei Verdacht auf bestehendes Glaukom. Hier wird der Sehbereich überprüft und blinde Stellen erkannt.
  • Wenn sich der Verdacht erhärtet, werden unter Umständen weitere Untersuchungen nötig.
  • Zu einer gründlichen Untersuchung gehört nicht zuletzt, eine Erfassung der  Krankheitsgeschichte, der Lebensumständen und möglichen Beschwerden.

Fragestellung

Der Glaukom-Check hilft bei der Beurteilung des Risikos, an einem Glaukom zu erkranken.

Bewertung

Ob Menschen ohne Beschwerden und ohne besonderes Risiko von einem Glaukom-Check profitieren, lässt sich nicht beurteilen – Studien hierzu fehlen. Umstritten ist, ab welchem Alter eine regelmäßige Untersuchung sinnvoll ist. Der Berufsverband der Augenärzte rät den Glaukom-Check allen Menschen ab einem Alter von 40 Jahren. Unklar ist bislang ebenfalls, in welchen Abständen die Untersuchung wiederholt werden sollte.

Die Untersuchungen gehen recht schnell, sind schmerzfrei und risikoarm. Preise variieren, sind in der Regel jedoch bezahlbar.

Liegen Beschwerden vor oder besteht ein erhöhtes Risiko für einen Grünen Star, ist die Früherkennung uneingeschränkt zu empfehlen. Ein erhöhtes Risiko für einen Grünen Star haben unter anderem:

  • Menschen höheren Alters
  • Menschen, deren Elternteil oder Geschwister einen Grünen Star haben
  • Menschen mit dunkler Hautfarbe
  • Menschen mit starker Kurzsichtigkeit
  • Menschen mit Diabetes mellitus

Große Krebsfrüherkennung für Frauen

Eine Erweiterung der gesetzlichen Gebärmutterhalskrebs-Früherkennungsuntersuchung ist die große Krebsfrüherkennung für Frauen. Sie umfasst eine körperliche Untersuchung, Ultraschall aller Beckenorgane, Urinuntersuchung sowie eine Untersuchung von Blut und Scheidenabstrich. Sie wird vom Frauenarzt zur Früherkennung von Gebärmutterkrebs und Eierstockkrebs durchgeführt.

Manche Frauenärzte bieten unter dem gleichen Namen auch weitere bildgebende Verfahren zur Brustkrebsvorsorge wie Ultraschall und Kernspin an, die das gesetzliche Mammografie-Screening ergänzen. Für Letzteres wird Frauen auch die Durchführung als digitale Mammografie angeboten, die mit einer geringeren Strahlenbelastung verbunden ist.

Bewertung: Der Nutzen von Ultraschalluntersuchungen bei beschwerdefreien Frauen zur Krebsfrüherkennung ist nicht erwiesen. Im Detail führt die Stiftung Warentest aus: „Der Ultraschall durch die Scheide ist zur Früherkennung eines Gebärmutterkrebses nicht geeignet, da er zu ungenau ist." Die Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke ist im Allgemeinen zur Früherkennung eines Eierstockkrebses nicht geeignet. Es werden nur wenige Krebse entdeckt. Außerdem gibt es eine hohe Rate von Krebsdiagnosen, die sich bei weiteren Untersuchungen als falsch herausstellen. Auch ist bislang nicht erwiesen, dass eine frühzeitige Behandlung des Eierstockkrebses die Sterblichkeit verringert. Ultraschalluntersuchungen aller weiteren Organe des Bauchraums sind ohne konkreten Verdacht zur Früherkennung nicht geeignet.

Die geringere Strahlenbelastung der digitalen Mammografie ist allenfalls bei jungen Frauen und bei häufiger Durchführung den geforderten Mehrpreis wert (ein diagnostischer Mehrwert besteht sowieso nicht). Ein Mehrnutzen von Ultraschall und Kernspin kann in Hochrisikofällen eventuell bestehen, mehr dazu im Sondertext zur Mammografie.

HPV-Test im Rahmen der Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge.

Laborcheck Sexualhormonstatus bei der Frau (Laborcheck vorzeitige Wechseljahre, Anti-Aging-Labor)

Pränataldiagnostische Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen der Schwangerschaft

Große Krebsfrüherkennung für Männer

Eine Erweiterung der gesetzlichen Prostatakrebs-Früherkennungsuntersuchung ist die große Krebsfrüherkennung für Männer. Sie umfasst eine körperliche Untersuchung, Ultraschall von Niere, Blase und Prostata, Urinuntersuchung sowie eine Blutuntersuchung mit PSA-Test. So sollen frühe Fälle von Prostata-, Nieren- und Blasenkrebs entdeckt werden.

Bewertung: Ein Mehrnutzen gegenüber der gesetzlichen Prostatakrebs-Früherkennungsuntersuchung ist nicht erwiesen.

PSA-Test (als Einzelmaßnahme): Dieser Bluttest ist zur Früherkennung von Prostatakrebs umstritten (PSA-Debatte). Er wird von den gesetzlichen Kassen aber erstattet, wenn der Test der Abklärung eines auffälligen Untersuchungsergebnisses z. B. bei der Prostata-Tastuntersuchung dient.

Transrektaler Ultraschall. Durch spezielle, durch den After eingeführte Schallköpfe kann die Prostata mittels transrektalem Ultraschall untersucht werden. Zum Einsatz bei der Früherkennung ist dieser Test allerdings ungeeignet, da er bei einer sehr hohen Rate von Überdiagnosen zugleich auch 90 von 100 Karzinomen übersieht Zur weiteren Abklärung eines auffälligen Befunds z. B. bei der Prostata-Tastuntersuchung ist der Test aber hilfreich und wird dann auch von der gesetzlichen Kasse bezahlt.

Laborcheck Sexualhormonstatus beim Mann (Anti-Aging-Labor).

IGeL-Vorsorgeuntersuchungen in der Inneren Medizin

Das Angebot an internistischen und allgemeinmedizinischen IGeL-Vorsorgeuntersuchungen ist sehr unübersichtlich geworden. Zudem besteht ein erhebliches Durcheinander bei den Begriffen. So werden viele der folgenden Tests als „erweiterter Check-up“ oder im Rahmen von „Anti-Aging-Paketen“ offeriert.

Die folgende Auswahl nennt die am häufigsten durchgeführten Leistungen:

Laborcheck Arteriosklerose-Risiko. Es ist bekannt, dass Arteriosklerose nicht nur durch Ablagerungen in den Gefäßen zustande kommt, sondern dass auch entzündliche Prozesse eine wichtige Rolle spielen. Entzündungszeichen können im Labor bestimmt werden (z. B. das so genannte C-reaktive Protein, CRP, und seine Unterfraktion hsCRP). Auch können bestimmte Veränderungen des Fett- und Vitaminstoffwechsels sowie Veränderungen der Blutgerinnung das Risiko erhöhen. Zur Bestimmung des Arteriosklerose-Risikos wird die Bestimmung von Lipoprotein [a], Homozystein, CRP und Fibrinogen im Blut angeboten.

Bewertung: Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, dass diese Untersuchungen geeignet sind, das persönliche Risiko abzuschätzen. Denn: Die gemessenen Parameter korrelieren nur sehr vage mit dem Gefäßrisiko – der Test ist also zu ungenau.

Laborcheck Blutfette. Abnorme Blutfettwerte erhöhen das Risiko für Arteriosklerose und damit auch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Als IGeL-Paket werden beim Blutfettlabor häufig die Werte Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin, LDL-Cholesterin und Triglyzeride bestimmt.

Eine genaue Analyse des Fettstoffwechsels ist bei bestehender Fettstoffwechselstörung oder einer koronaren Herzerkrankung (KHK) notwendig (und wird dann auch von der Kasse bezahlt). Für Herzgesunde besteht aber das große Problem der fehlenden Treffgenauigkeit (Spezifität) der Tests. Bei herzgesunden Patienten können leicht erhöhte Entzündungsmarker auch Folge einer leichten (vielleicht sogar unbemerkten) Infektion sein und müssen nicht mit einer KHK in Verbindung stehen.

Bewertung: Die Bestimmung des Gesamt-Cholesterins und des HDL-Cholesterins gehört zum Programm des im Abstand von 2 Jahren stattfindenden Check-ups, der von den Krankenkassen ab 35 Jahren übernommen wird. Nach wissenschaftlicher Einschätzung reicht die Bestimmung dieser beiden Werte aus, d. h., die Kenntnis der im Rahmen von IGeL-Vorsorgen zusätzlich bestimmten Triglyzeride und des LDL-Cholesterins bringt keine für die Früherkennung wichtigen zusätzlichen Informationen. Besteht ein begründeter Verdacht, z. B. bei familiärer Vorbelastung, sind diese Werte unter Umständen allerdings hilfreich.

Die Bestimmung der Blutfettwerte bei jüngeren Menschen (unter 35) leistet dann einen zweckmäßigen Beitrag zur Früherkennung, wenn bestimmte Risikofaktoren (z. B. Erkrankung an Diabetes, Bluthochdruck, familiäre Stoffwechselstörungen, Rauchen sowie familiäre Vorbelastungen für Herzinfarkt oder Schlaganfall) vorliegen.

Laborcheck Tumormarker. Die Bestimmung von Tumormarkern ist bei manchen Krebsformen hilfreich, um den Verlauf der Erkrankung oder die Wirksamkeit einer Therapie abzuschätzen, z. B. bei Brust-, Prostata-, Eierstock-, Dickdarm- oder Hodenkrebs sowie bei teilweise bei Lungenkrebs. In manchen Fällen sind durch Tumormarker auch Rezidive (Rückfälle) oder die Bildung von Metastasen erkennbar.

Bewertung: Für die Erstdiagnose einer Krebserkrankung reichen Tumormarker nicht aus, da sie nicht verlässlich nachweisbar sind und zu häufig eine falsche Sicherheit vortäuschen oder nicht gerechtfertigte Tests nach sich ziehen. Daher werden die Kosten zur Bestimmung von Tumormarkern zur Früherkennung von Krebs von den gesetzlichen Krankenkassen auch zu Recht nicht erstattet.

Laborcheck koronare Herzkrankheit. Zur Früherkennung der koronaren Herzkrankheit werden vor allem zwei IGeL-Leistungen angeboten: Das Belastungs-EKG und die Echokardiografie.

Bewertung: Während beide Tests gut geeignet sind, um einen Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung abzuklären (dann werden die Kosten auch von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen), sind sie zur Früherkennung bei beschwerdefreien Menschen nicht geeignet. Unter bestimmten Umständen profitieren jedoch auch beschwerdefreie Menschen von den Tests, dann nämlich, wenn ein bisher Ungeübter größere körperliche Belastungen (wie z. B. Hochleistungssport) beginnen will. Hier kann das Belastungs-EKG eventuelle Risiken aufdecken. Und wer von einer erblichen Herzerkrankung (z. B. einer erblichen Herzmuskelerkrankung) betroffen ist, dem kann eine Doppler-Echokardiografie möglicherweise bei der frühen Erkennung helfen.

Laborcheck Herzinsuffizienz. Für den Laborcheck Herzinsuffizienz wird der Marker NT-proBNP bestimmt.

Lungenfunktionsprüfung. Die Lungenfunktionsprüfung wird insbesondere Rauchern angeboten, um etwaige Einschränkungen der Lungenfunktion erkennen zu können.

Bewertung: Einschränkungen der Lungenfunktion lassen sich bei jedem Raucher nachweisen, der mehr als nur eine oder zwei Zigaretten täglich raucht. Sie haben jedoch alleine – außer bei ausgeprägten Befunden – keinen Aussagewert. Zweckmäßig ist die Lungenfunktionsprüfung aber, wenn andere Beschwerden, z. B. ein chronischer Husten, bestehen. Dann aber werden sie auch von der Kasse bezahlt.

Laborcheck:

  • Anti-Aging-Labor bei der Frau, Anti-Aging-Labor beim Mann
  • Antioxidanzien-Status (Vitamine, Spurenelemente)
  • Chronisches Erschöpfungssyndrom
  • Diabetes-Risiko
  • Immunabwehr

IGeL: Wo die Grenzen liegen

Die Entwicklung weg von der Einheits-Kassen-Medizin hin zu einer individualisierten Medizin mit „Life-Style-“ und „High-Tech“ Dienstleistungen scheint unumkehrbar. Damit stellt sich für den Patienten die Frage, wie mit „IGeLnden“ Ärzten umzugehen ist, ohne unnützen und teuren Angeboten zu erliegen. Dazu gibt es zum einen einige bedenkenswerte Tipps, zum anderen ist es gut, die Grenzen zu kennen, die das Recht und die ärztlichen Standesorganisationen für „IGeLnde“ Ärzte gezogen haben:

IGeL-Leistungen dürfen grundsätzlich nicht während einer laufenden Untersuchung oder Behandlung angeboten werden.

Es gilt als berufswidriges Verhalten, wenn Ärzte unsachliche, unwahre, unseriöse, vergleichende oder täuschende sowie anpreisende und primär auf Werbung abzielende Informationen an ihre Patienten weitergeben. Konkret heißt das:

  • Der Arzt darf keine ungerechtfertigten Erwartungen beim Patienten wecken.
  • Seine eigene Tätigkeit oder Person darf der Arzt nicht in aufdringlicher Weise hervorheben.
  • Verboten ist es außerdem, den Eindruck entstehen zu lassen, bestimmte Behandlungen seien wissenschaftlich erprobt oder völlig ungefährlich.
  • Ein Arzt sollte keinerlei Vergleiche, auch keine Kostenvergleiche, zu Kollegen oder deren Behandlungsverfahren herstellen.
  • Generell unzulässig ist das Ausnutzen einer Notlage des Patienten.

IGeL: Wo die Grenzen sind

Die Entwicklung weg von der Einheits-Kassen-Medizin hin zu einer individualisierten Medizin mit „Life-Style-“ und „High-Tech“ Dienstleistungen scheint unumkehrbar. Damit stellt sich für den Patienten die Frage, wie mit „IGeLnden“ Ärzten umzugehen ist, ohne unnützen und teuren Angeboten zu erliegen. Dazu gibt es zum einen einige bedenkenswerte Tipps, zum anderen ist es gut, die Grenzen zu kennen, die das Recht und die ärztlichen Standesorganisationen für „IGeLnde“ Ärzte gezogen haben:

IGeL-Leistungen dürfen grundsätzlich nicht während einer laufenden Untersuchung oder Behandlung angeboten werden.

Es gilt als berufswidriges Verhalten, wenn Ärzte unsachliche, unwahre, unseriöse, vergleichende oder täuschende sowie anpreisende und primär auf Werbung abzielende Informationen an ihre Patienten weitergeben. Konkret heißt das:

  • Der Arzt darf keine ungerechtfertigten Erwartungen beim Patienten wecken.
  • Seine eigene Tätigkeit oder Person darf der Arzt nicht in aufdringlicher Weise hervorheben.
  • Verboten ist es außerdem, den Eindruck entstehen zu lassen, bestimmte Behandlungen seien wissenschaftlich erprobt oder völlig ungefährlich.
  • Ein Arzt sollte keinerlei Vergleiche, auch keine Kostenvergleiche, zu Kollegen oder deren Behandlungsverfahren herstellen.
  • Generell unzulässig ist das Ausnutzen einer Notlage des Patienten.

Osteoporose-Früherkennung

Osteoporose bezeichnet einen krankhaften Verlust an Knochensubstanz, der über den gewöhnlichen Knochenschwund im Zuge des Altersungsprozesses hinausgeht. Zur Osteoporose-Früherkennung werden mehrere Tests angeboten: die Knochendichtemessung und der Laborcheck Osteoporose.

Knochendichtemessung. Wenn bereits ein durch Osteoporose bedingter Bruch aufgetreten ist, hilft die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie), das Risiko weiterer Knochenbrüche abzuschätzen. Bei beschwerdefreien Menschen jedoch kann sie die Wahrscheinlichkeit eines Bruchs nicht zuverlässig vorhersagen. Die deutschsprachigen ärztlichen Fachgesellschaften für Knochenerkrankungen empfehlen derzeit Knochendichtemessungen für Frauen nach der Menopause, wenn starke Risiken für eine Osteoporose bekannt sind (z. B. hohes Sturzrisiko, sehr geringes Körpergewicht oder der Verdacht auf einen durch Osteoporose bedingten Wirbelkörperbruch). Ob diese Empfehlung den weiteren Verlauf positiv beeinflusst, ist bislang nicht bekannt.

Laborcheck Osteoporose. Blutuntersuchungen des Knochenstoffwechsels wie etwa Pyridinolin-Crosslinks oder alkalische Knochenphosphatase sowie des genetischen Risikos, z. B. durch Bestimmung des Vitamin-D3-Rezeptors.

Welche IGeL-Vorsorgen sind sinnvoll?

Neben den gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen bieten die meisten Arztpraxen mittlerweile individuell als IGeL (Individuelle Gesundheitsleistungen) zu finanzierende weitere Vorsorgemaßnahmen und -untersuchungen an. Während manche dieser Angebote unumstritten sind, wie Impfungen vor Fernreisen (Reiseimpfungen) oder die professionelle Zahnreinigung, müssen bei anderen das Für und Wider genau abgewogen werden.

Für die Mehrzahl der als IGeL angebotenen Vorsorgeuntersuchungen ist ein Nutzen für den Patienten nicht erwiesen. Dies trifft vor allem auf Laborleistungen und bildgebende Diagnose-Verfahren zu. Zudem sind gerade diese Tests für viele Ärzte inzwischen eine wesentliche Einnahmequelle, sodass die Versuchung groß ist, sie möglichst vielen Patienten anzubieten.

Um abzuschätzen, ob ein IGeL-Vorsorgeangebot Sinn macht, helfen die folgenden Fragen:

  • Welchen nachweislichen Nutzen habe ich von dieser Früherkennungsuntersuchung?
  • Wird eine Krankheit dadurch eher entdeckt als durch die gesetzlich vorgesehene Vorsorge?
  • Sind die Testergebnisse sicher?
  • Wie geht es nach einem „positiven“ Test weiter? Welche zusätzlichen Untersuchungen werden gemacht? Mit welchen Risiken sind sie verbunden?
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, und welche Risiken hat die Behandlung?

Wenn Fragen offenbleiben, erkundigen Sie sich bei Ihrer Kasse, ob und warum die Leistung nicht übernommen wird.

Dem Arzt gegenüberzutreten und zu sagen: „Nein, das möchte ich jetzt nicht machen lassen!“ ist für die meisten eine völlig neue Erfahrung. Aber diese Erfahrung bleibt früher oder später niemand erspart – denn nur so kann man sein Selbstbestimmungsrecht als Patient wahrnehmen.

Die folgende Aufstellung behandelt die am häufigsten angebotenen Tests, die gegebenen Bewertungen orientieren sich an den Empfehlungen der Stiftung Warentest.

  • Früherkennung des grünen Stars
  • Große Krebsfrüherkennung für Frauen
  • Osteoporose-Früherkennung
  • Professionelle Zahnreinigung und Versiegelung
  • IGeL-Vorsorgeuntersuchungen in der Inneren Medizin
  • Große Krebsfrüherkennung bei Männern

Weiterführende Informationen

  • www.e-bis.de – Servicseite, Flein: Mit Informationen zur Gebührenordnung für Ärzte, enthält eine umfassende Aufstellung von IGeL-Leistungen.
  • www.g-ba.de – Gemeinsamer Bundesausschuss, Siegburg: Richtlinien zu den gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen.
  • www.die-praevention.de – Service des Bundesministeriums für Gesundheit, Berlin: Informationen zum Thema Prävention, mit Broschüren zum Bestellen und Herunterladen.
  • www.ahrq.gov – Agency for Healthcare Research and Quality, Rockville: Unter der Rubrik Clinical Information,Preventive Services bietet die U.S. Preventive Services Task Force Zusammenfassungen des derzeitigen Forschungsstands zur Früherkennung (jedoch nur auf Englisch).
  • Stiftung Warentest (Hrsg.): Untersuchungen zur Früherkennung – Krebs. Nutzen und Risiken. (2005). Erklärung, Bewertung und Risikoeinschätzung von 46 Früherkennungsuntersuchungen. Auf die von der Stiftung Wartentest vorgenommene Auswertung der wissenschaftlichen Literatur stützen sich auch die Bewertungen in Gesundheit heute.
  • Von den allgemein verfügbaren Ratgebern zum Thema IGeL-Untersuchungen kann derzeit keiner empfohlen werden (Stand Sommer 2007).